Handlungsraum 08 Friedrichstadt / Unterbilk Ost - Landeshauptstadt Düsseldorf

Handlungsraum 08 - Friedrichstadt / Unterbilk Ost

Handlungsraum 08 - Friedrichstadt / Unterbilk Ost

Der Handlungsraum Friedrichstadt / Unterbilk Ost liegt südlich der Innenstadt und ist mit seinen cira 35.000 Einwohner*innen auf einer Fläche von circa 232 Hektar ein sehr urbanes Stadtquartier. Seit längerem erfreut sich der Handlungsraum aufgrund seiner zentralen Lage und der guten infrastrukturellen Ausstattung, wie Nahversorgung, Gastronomie und andere zahlreiche Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, einer wachsenden Beliebtheit als Wohnstandort. Darüber hinaus stößt der Handlungsraum im Westen an den Landtag NRW und den dahinterliegenden Rhein und im Norden an die Innenstadt. Besonderheiten des Handlungsraumes sind unter anderem die Lorettostraße als beliebte Einkaufsstraße oder der Kirchplatz mit seinem täglichen Wochenmarkt.

Aktuelles aus dem Handlungsraum

Zukunftsviertel Friedrichstadt: erfolgreicher Auftakt mit regem Austausch

Am Mittwoch, 18. März 2026, hat in der Regenbogenschule an der Kirchfeldstraße der Beteiligungsprozess für das „Zukunftsviertel Friedrichstadt“ gestartet. Rund 100 Interessierte informierten sich über das Projekt und brachten erste Hinweise ein. Ziel ist es, das Quartier gemeinsam mit Bewohner*innen, Eigentümerinnen und lokalen Akteur*innen energieeffizienter, klimafreundlicher und lebenswerter zu gestalten. Als Pilotquartier soll Friedrichstadt zudem zum Ziel der Landeshauptstadt beitragen, bis 2035 klimaneutral zu werden.

 

Auftakt Zukunftsviertel Friedrichstadt © LHD

Bei der Veranstaltung standen Fachleute und lokale Initiativen an mehreren Infoständen für einen Austausch über Inhalte und Hintergründe des Projekts sowie weitere Angebote zur Verfügung. Die Teilnehmenden konnten ihre Hinweise und Ideen für das Quartier auf einer Beteiligungskarte markieren. Neben Fragen rund um Energie und Wärme wurden dabei auch Themen wie Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, Mobilität sowie Angebote in der Nachbarschaft eingebracht.

Vor Ort bestand außerdem die Möglichkeit, sich zur energetischen Sanierung beraten zu lassen. Eine Erstberatung informierte über mögliche Sanierungsschritte und Förderprogramme. An der Veranstaltung beteiligten sich unter anderem die Serviceagentur Altbausanierung (SAGA) sowie die Geschäftsstelle Nachhaltigkeit des Umweltamtes, die Verbraucherzentrale NRW, der Energiespar-Service des Caritasverbands Düsseldorf e.V., „Die Friedrichs“, das zentrum plus in der Jahnstraße, die Rheinkirche und die Stadtwerke Düsseldorf.

Grußworte hielten Kai Fischer, Amtsleiter des Stadtplanungsamtes, sowie Dr. Thorsten Graeßner, Bezirksbürgermeister der Bezirksvertretung 3. „Friedrichstadt hat gewisse Herausforderungen, weil es hoch verdichtet ist, einen alten Gebäudebestand vorweist und wenig Grün vorhanden ist. Daher bietet es sich an, Maßnahmen zu entwickeln, um den Stadtteil klimaneutral zu bekommen. Diese Maßnahmen können, wenn sie angenommen werden, auf ganz Düsseldorf übertragen werden“, äußert sich Graeßner zur Wahl des Quartiers. Fischer freut sich über die hohe Beteiligung: „Heute kommen viele, weil sie sich für ihren Stadtteil interessieren und engagieren. Als Stadtplanungsamt haben wir viele Projekte in den verschiedenen Stadtteilen, aber jetzt erstmalig auch eines, bei dem es um die energetische Quartiersentwicklung geht – ein Pilot also!“

In den Gesprächen zeichnete sich insbesondere ein Bedarf an Begrünungen, Fernwärme und Parkraummanagement ab. Die eingebrachten Hinweise werden nun ausgewertet und mit der laufenden Quartiersanalyse zusammengeführt. Darauf aufbauend werden anschließend geeignete Maßnahmen für das Quartier entwickelt.

Die nächste Gelegenheit zur Beteiligung bietet sich am 13. Juni 2026 beim Fest zur Fertigstellung des südlichen Teils der Friedrichstraße. Am Stand zum „Zukunftsviertel Friedrichstadt“ können Interessierte Impulse für die Auswahl geeigneter Maßnahmen einbringen.

Handlungsbedarfe in Friedrichstadt / Unterbilk Ost

Im Handlungsraum ist der Bestand an alten, meist gründerzeitlichen Gebäuden relativ groß, die Gebäudesubstanz ist teils in die Jahre gekommen und kann hinsichtlich moderner energetischer Erfordernisse, zum Beispiel einer energetisch und ökologisch qualitätsvollen Dämmung, vielfach nicht mithalten. Der Handlungsraum bietet daher ein großes Potenzial für energetische Sanierungen. Darüber ist der Handlungsraum nicht zuletzt aufgrund seiner hohen Dichte stärker von Verkehrslast beeinflusst, was sich teilweise an wichtigen Nord-Süd oder Ost-West Verbinungen bündelt.

Als sehr positiv schneidet hingegen das Themenfeld Soziale Infrastruktur / Nahversorgung ab. Hier wurden im Vergleich zu allen anderen Sozialräumen sehr geringe Handlungsbedarfe ermittelt.

Handlungsbedarfe in Friedrichstadt / Unterbilk Ost

Werkzeuge für Friedrichstadt / Unterbilk Ost

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen im Bereich der Gebäudesubstanz und der Verkehrslast hat die Stadt Düsseldorf bereits im Januar 2020 in Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf das Modellprojekt Zukunftsviertel Unterbilk | Friedrichstadt als Werkzeug für den Handlungsraum initiiert. Im Rahmen des Zukunftsviertels wurden im Handlungsraum in den letzten Jahren bereits verschiedene Pilotprojekte für Mobilitätslösungen, dezentrale Energieversorgung, klimafreundliche Wärmeversorgung, Energieberatung und smarte Infrastruktur angestoßen und umgesetzt. Seit 2021 wurde zum Beispiel auf einem Teilstück des Fürstenwalls, der „Modellstraße Fürstenwall“ in Unterbilk gemeinsam mit zahlreichen städtischen und privatwirtschaftlichen Akteuren erprobt, wie der Einsatz von Technologie an öffentlicher Beleuchtung zur Reduktion von Parksuchverkehren beitragen kann. Ebenso werden Produkte, die zur Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie für den Klimaschutz geeignet sind, gezielt vermarktet und ausgebaut. Hierzu gehören insbesondere Ladeinfrastruktur sowie Fernwärme. Aktuell setzt das Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz in Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf, der Netzgesellschaft und dem Handwerk das Pilotprojekt „Reallabor Jahnstraße“ für die südliche Jahnstraße um. Ziel des Projektes ist es, diverse Maßnahmen für einen vorzeitigen Heizungswechsel der Bürger*innen von Gas auf Fernwärme zu erproben.

Zukunftsviertel

Friedrichstadt soll als Pilotquartier zum Zukunftsviertel werden, da der Handlungsraum Friedrichstadt / Unterbilk Ost aufgrund der identifizierten Herausforderungen (siehe Reiter „Handlungsbedarfe“) ein großes Potenzial für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen bietet. Um diese Potenziale zu nutzen und gleichzeitig die Lebensqualität im Handlungsraum langfristig zu verbessern, soll ein integriertes energetisches Quartierskonzept für ein Gebiet in Friedrichstadt erstellt werden. Die Aufgabe des Konzepts ist es, die stadtweiten Klimaschutzziele, unter anderem die Erreichung der Klimaneutralität bis 2035 auf der konkreten Quartiersebene umzusetzen. Dieser Prozess wird von verschiedenen Informations- und Beteiligungsformaten begleitet. Die Erstellung des Konzepts bildet dabei die Grundlage für die Durchführung weiterer Vorhaben und Maßnahmen im Handlungsraum. Zudem bietet es die Möglichkeit, an bereits bestehende Prozesse anzuknüpfen und mit verschiedenen Akteur*innen innerhalb eines gegebenen Rahmens zu kooperieren. Dabei können sowohl erprobte als auch neu entwickelte Maßnahmen umgesetzt und innovative Projekte realisiert werden, die als Vorbild für weitere Vorhaben in anderen Quartieren dienen können. Die Bezirksvertretung 3, der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung und der Rat haben mit ihrem Beschluss (APS/044/2025) den Startschuss für die Erarbeitung gegeben.

Ein Luftbild von dem Untersuchungsgebiet Zukunftsviertel, der rote Umring zeigt die Lage des Gebietes. Das Luftbild ist von der Landeshauptstadt Düsseldorf
Luftbild Untersuchungsgebiet Zukunftsviertel, © Düsseldorf