Legionellenuntersuchungen
So läuft die Legionellenuntersuchung ab
Proben und Untersuchungen auf Legionellen dürfen nur Labore durchführen, die nach der Trinkwasserverordnung akkreditiert sind. Eine Liste der akkreditierten Trinkwasserlabore in Nordrhein-Westfalen finden Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK).
Für aussagekräftige Wasserproben müssen geeignete Probenahmestellen vorhanden sein, die sich fachgerecht desinfizieren lassen – in der Regel durch Abflammen der Armatur mit einem Gasbrenner. In Wohnungen können die Proben beispielsweise direkt am Wasserhahn entnommen werden. Am Ausgang des Warmwasserspeichers oder -erwärmers und am Rücklauf der Zirkulation müssen Sie Probenahmestellen einrichten, falls dort noch keine vorhanden sind.
Beachten Sie bei der Auswahl der Probenahmestellen die Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA).
Warum zu viele Legionellen gefährlich sind
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in geringen Mengen in Gewässern und damit auch im Trinkwasser vorkommen. In dieser Menge sind sie in der Regel unbedenklich. Vermehren sie sich stark – etwa in einer unsachgemäß betriebenen Warmwasseranlage – können sie die Gesundheit gefährden. Gefährlich wird es, wenn legionellenhaltiges Wasser als feiner Sprühnebel eingeatmet wird und die Bakterien so in die Lunge gelangen. Ist das Warmwassersystem befallen, ist deshalb das Duschen der Hauptübertragungsweg für Legionellen. Eine Erkrankung ist nicht zwingend, lässt sich aber nicht ausschließen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächter Immunabwehr oder bestimmten Vorerkrankungen. Eine Infektion kann zwei Krankheitsbilder auslösen:
- Das häufigere, meist milde Pontiac-Fiber ähnelt einem grippalen Infekt und klingt in der Regel nach wenigen Tagen ab.
- Die seltene Legionärskrankheit ist eine Lungenentzündung. Sie kann schwer und ohne ärztliche Behandlung sogar tödlich verlaufen.
Der technische Maßnahmenwert für Legionellen liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 ml Wasser. Wird er erreicht, geht die Trinkwasserverordnung von einer vermeidbaren Gesundheitsgefahr aus – dann müssen Sie die Anlage überprüfen und das Risiko abschätzen.
Was Sie beim Erreichen des Maßnahmenwerts tun müssen
Wird der technische Maßnahmenwert erreicht, müssen Sie als Betreiber*in sofort selbst handeln – ohne dass das Gesundheitsamt Sie dazu auffordert.
Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Sie, unverzüglich diese Schritte einzuleiten:
- Informieren Sie das Gesundheitsamt über das Erreichen oder Überschreiten des technischen Maßnahmenwerts und über alle Maßnahmen die Sie ergreifen.
- Klären Sie die Ursache auf. Dazu gehören eine Ortsbesichtigung der Anlage und eine Prüfung auf Mängel in Aufbau und Betrieb (Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik).
- Erstellen Sie auf dieser Grundlage eine Risikoabschätzung.
- Führen Sie die Maßnahmen durch, die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zum Schutz der Gesundheit nötig sind.
- Informieren Sie die betroffenen Bewohner*innen und Nutzer*innen unverzüglich über mögliche Einschränkungen bei der Nutzung des Trinkwassers.
Beachten Sie dabei die Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA).
So beugen Sie erhöhten Legionellenwerten vor
Der beste Schutz ist ein fachgerecht betriebenes Warmwassersystem. Achten Sie auf folgende Punkte:
- Temperatur halten: Das Wasser im Erwärmer sollte dauerhaft mindestens 60 °C haben. Im gesamten System sollte der Wärmeverlust nicht mehr als 5 °C betragen.
- Gut dämmen: Dämmen Sie die Leitungen fachgerecht und betreiben Sie dauerhaft eine ausreichend dimensionierten Zirkulationspumpe.
- Hydraulik abgleichen: Gleichen Sie das Zirkulationssystem ab, damit alle Leitungen gleichmäßig durchströmt werden.
- Speicher richtig dimensionieren: Passen Sie die Speichergröße an den tatsächlichen Warmwasserverbrauch an, anstatt sie zu überdimensionieren.
- Stillstand vermeiden: Entfernen Sie nicht genutzte Leitungen, in denen Wasser sehr lange steht.
- Regelmäßig warten: Erneuern Sie defekte Anlagenteile und Leitungen.
Weitere wichtige Hinweise für einen sicheren hygienischen Betrieb Ihrer Trinkwassererwärmungsanlage finden Sie hier.