Die Carl und Ruth Lauterbach-Stiftung am Stadtmuseum Düsseldorf hat am Freitag, 5. Dezember 2025, den "Lauterbach-Preis für soziale Kunst" an Katja Stuke verliehen. Die Ehrung wird seit dem Jahr 2021 alle vier Jahre an Künstler*innen vergeben, die sich in ihrem Werk mit gesellschaftlichen Themen beschäftigen und in Nordrhein-Westfalen arbeiten und/oder leben. Die Übergabe erfolgte im Stadtmuseum. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert; sie wurde zum zweiten Mal verliehen. Die Kulturdezernentin der Stadt Düsseldorf, Beigeordnete Miriam Koch, sprach ein Grußwort und überreichte den Preis.
Zur Preisträgerin:
Katja Stuke (Telgte 1968) studierte von 1988 bis 1993 Visuelle Kommunikation in Düsseldorf. Von 1993 bis 1996 arbeitete sie bei dem renommierten Kommunikationsdesigner Michael Schirner. Gemeinsam mit Oliver Sieber betreibt sie ein Atelier und kuratiert seit 2010 das Projekt ANT!FOTO. Ihre fotografische Praxis ist forschend und vielschichtig – sie beschäftigt sich mit japanischer Alltagskultur, mythischen Filmorten, migrierenden Bildformen und der Reflexion des Mediums Fotografie. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Untersuchung sozialer Funktionen der Fotografie. Einige Beispiele: In der Werkgruppe "Cry Minami" befasst Stuke sich mit einem Skandal in der japanischen Popkultur. Seinerzeit wurde die Sängerin Minami Minegishi öffentlich angeprangert. Von ihrem Bußauftritt im japanischen Fernsehen extrahierte Stuke ein ikonisches Bildnis, das sie anonymisiert in verschiedener Weise in Stadträumen präsentierte. Fernsehbilder verwendet Stuke auch im Langzeitprojekt "Supernatural", in dem sie sich mit öffentlichen Images von Sportlerinnen und Sportlern befasst. Eine weitere Arbeit widmet sich den Überwachungskameras im öffentlichen Raum ("CCTV").
Katja Stuke beweist in ihrer Arbeit und auch in der Kooperation mit Oliver Sieber ein starkes Gespür für die Zusammenhänge von fotografischen Bildern und sozialen Tendenzen. Die Künstlerin über ihre Arbeit: "Sowohl in meiner eigenen als auch in der gemeinsamen künstlerischen Arbeit mit Oliver Sieber interessiert mich die Bedeutung von Bildern im gesellschaftlichen Kontext. Wie und in welchem Zusammenhang oder in welchen Medien betrachten wir Bilder, und wie verarbeiten wir diese zur Wahrnehmung der uns umgebenden Welt.“
In einer Vielzahl von Ausstellungen findet das Werk von Katja Stuke weltweit Anerkennung; ebenso erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen (u.a. Erster Preis des European Award for Women Photography, 2002; MO Kunstpreis Museum Ostwall, Dortmund 2024 – mit Oliver Sieber). Auch im Stadtmuseum ist die Künstlerin vertreten, sowohl in der Sammlung als auch in Ausstellungen ("Antlitz der Stadt", 2020; "Perspektivwechsel. Fotografinnen in Düsseldorf", zu sehen bis 4. Januar 2026).
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