"Punk 50: Demand the Impossible": Neue Sonderausstellung im Theatermuseum
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Sie wurde kuratiert von Jäki "Eldorado" Hildisch, dem "ersten Punk Deutschlands". Jäki Hildisch verbindet den historischen Rückblick zum einen mit der eigenen Zeitzeugenschaft, zum anderen ist die Ausstellung größtenteils ein Einblick in seine persönliche Punk-Sammlung. Sie wird erstmals öffentlich präsentiert und um zentrale Leihgaben aus dem Archiv B. ergänzt. All diese Materialien verdeutlichen, dass Punk schon immer mehr als ein Musik-Genre war. Punk war von Anfang an eine Frage der individuellen Haltung zur Gesellschaft.
"Be reasonable, demand the impossible" druckte die Mode-Designerin Vivienne Westwood in den 1980er Jahren auf ein weißes Hemd. Mit diesem Slogan brachte sie den Kern von Punk zum Ausdruck. Eine Fotografie des Models Jordan in diesem Hemd bildet den Auftakt der Ausstellung: Punk als meine Haltung, Neues zu tun, ohne sich an Regeln und Normen zu halten. Die Ausstellung spürt dieser Haltung und ihrer konstanten, 50 Jahre anhaltenden Weiterentwicklung in unterschiedlichen Ländern und Communities nach.
Ratinger Hof weckt Erinnerungen
Gezeigt werden zeitgenössische Fotografien, Fanzines, Buttons und Memorabilia in einer geradezu überbordenden Schatzkiste. Die detailverliebten Modelle Jürgen Webers von wichtigen Punk-Kneipen wie dem Düsseldorfer Ratinger Hof oder dem Berlin SO36 könnten für nostalgische Erinnerungen an wilde Abende sorgen. Dass diese Jubiläumsausstellung in Düsseldorf gezeigt wird, ist kein Zufall. Im Kontext der elektronischen Musik war Düsseldorf eine der Keimzellen dieser neuen Bewegung, die sich vor dem Hintergrund der Landeshauptstadt schnell nicht nur als musikalisches Neuland weiterentwickelte, sondern gleichzeitig Fundament eines Lebensstils wurde.
Sascha Förster, Leiter des Theatermuseums: "Punk und Düsseldorf - was zunächst nach einem Gegensatz klingt, gehört schon lange zusammen. Wir zeigen, wie tief die Punkbewegung in der Stadt verwurzelt ist und welche Impulse von Düsseldorf aus in die überregionale Szene getragen wurden. Damit rücken wir ein Phänomen, das Düsseldorf mitgeprägt hat, in den musealen Kontext. Das ist ein weiterer konsequenter Schritt auf dem Weg zum 'Museum der Zukunft'. Wir wollen uns für Themen öffnen, die die städtische Identität ausmachen, und diese auf lebendige Weise vermitteln."
VR-Experience schafft "lebendige" Zeitreise
In der Ausstellung werden zudem Berlin, Hamburg und Hannover betrachtet - für Punk bedeutsamen Orte, für die wichtige Vertreterinnen und Vertreter vorgestellt werden. In diesem Zusammenhang wird auch ein Blick auf Punk in der DDR geworfen. Dabei legt die Ausstellung ein besonderes Augenmerk auf die Frauen, die in der Punk-Geschichte bisher zu schnell in den Schatten gedrängt wurden.
In Kooperation mit dem Düsseldorfer Studio Neonreal können die Besucherinnen und Besucher des Theatermuseums dank verschiedener VR-Experiences Zeitreisen unternehmen. So kann im legendären Ratinger Hof Schlagzeug gespielt oder die Berliner Mauer mit Graffiti besprüht werden. Diese VR-Experiences werden von Neonreal zu einem größeren Dokumentationswerk über die Düsseldorfer Punk-Geschichte weiterentwickelt.
Die Ausstellung läuft bis Ende 2027. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Bis 21 Jahre ist der Eintritt kostenfrei. Weitere Informationen im Internet unter www.theater-museum.de
Fotos zum Download und zur redaktionellen Verwendung unter https://duesseldorf.canto.de/b/RGGKI