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Erwin Wurm schenkt Düsseldorf seine monumentale Skulptur "Gate"

| Kultur

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (r.) und Künstler Erwin Wurm enthüllten gemeinsam die Skultpur "Gate" auf dem Gustav-Gründgens-Platz, Foto: LHD/Ingo Lammert

Die Skulptur "Gate" von Erwin Wurm ist am Donnerstag, 5. November 2026, vom Künstler und Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller feierlich enthüllt worden. Das rund vier Meter hohe Werk auf dem Gustaf-Gründgens-Platz wird damit dauerhaft Teil des öffentlichen Raums in Düsseldorf.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Mit der Schenkung seiner Skulptur 'Gate' überlässt Erwin Wurm der Landeshauptstadt ein bedeutendes Werk seines künstlerischen Schaffens und setzt damit ein besonderes Zeichen seiner Verbundenheit mit unserer Stadt und der Düsseldorfer Kunstszene. Mit ihrer außergewöhnlichen Form wird die Skulptur einen markanten Akzent auf dem Gustaf-Gründgens-Platz setzen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere der Kunstkommission, die mit ihrer Expertise und ihrem Gespür für das Zusammenspiel von Kunst, Architektur und öffentlichem Raum diesen besonderen Standort ermöglicht haben."

Mit "Gate" kommt ein bedeutendes und repräsentatives Werk Erwin Wurms nach Düsseldorf. Die 2021 entstandene Skulptur aus lackiertem Aluminium misst 400 x 131 x 76 Zentimeter und gehört zur Werkserie "In the Skin". Im Mittelpunkt dieser Serie steht die Beziehung des Künstlers zu seinen Modellen: Für "Gate" wurde ein Abguss eines menschlichen Körpers angefertigt.

Das Werk greift die vertraute Form eines Tores auf und verbindet sie mit dem menschlichen Körper. Durch die enorm hochgeschnittene Öffnung des Torsos gelingt dem Bildhauer eine erstaunliche Reduzierung des körperlichen Volumens. Das Ergebnis ist eine fragil wirkende Form, die scheinbar in der Zeit eingefroren ist – gefangen zwischen Bewegung und Stillstand.

Erwin Wurm: "Zweidimensionalität, Dreidimensionalität, Masse, Haut, Oberfläche, Volumen sind wichtige Bestandteile meiner Erforschung der Skulptur. Gequetscht und abgeflacht oder auf eine sehr dünne Form reduziert, haben meine neuen Arbeiten eine gewisse Zerbrechlichkeit, die mir gefällt. Sie werden beinahe abstrakt."

Die Gliedmaßen erscheinen surreal verdreht und ungelenk, ihre Proportionen irritieren und entziehen sich vertrauten körperlichen Vorstellungen. Durch ihre monumentale Dimension entwickeln sie zugleich eine eindrucksvolle Präsenz.

Als Durchgang und Schwelle verändert "Gate" zugleich die Wahrnehmung seiner Umgebung. Dabei knüpft das Werk an zentrale Fragestellungen in Wurms Schaffen an: Was macht eine Skulptur aus? Wie verhalten sich Körper und Raum zueinander? Und wie verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn vertraute Formen und Proportionen aus ihrem gewohnten Zusammenhang gelöst werden? 

Hintergrund

Erwin Wurm (*1954 in Bruck an der Mur, Österreich) zählt zu den prägendsten Künstlern der zeitgenössischen Skulptur. Seit den 1980er-Jahren erweitert und verschiebt er die Grenzen zwischen Objekt, Performance und Alltagskultur. International bekannt wurde er insbesondere in den 1990er-Jahren mit seinen "One Minute Sculptures", bei denen Teilnehmende Handlungen nach seinen Anweisungen ausführten und der menschliche Körper selbst zum temporären Kunstwerk wurde. 

Humor, Absurdität sowie die spielerische und zugleich kritische Auseinandersetzung mit Konsumgesellschaft, Körpernormen und gesellschaftlichen Konventionen kennzeichnen Wurms konzeptuelles Werk. Seine Arbeiten wurden weltweit in zahlreichen bedeutenden Museen gezeigt, darunter das MoMA in New York, die Tate Modern in London und das Centre Pompidou in Paris.

Wurm war zudem auf der documenta und der Biennale di Venezia (2017 für Österreich) vertreten. Nach einer großen Retrospektive in der Albertina Modern in Wien (2024) und internationalen Einzelausstellungen ist für 2027 eine umfassende Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast geplant.

Fotos von der Enthüllung zum Download und zur redaktionellen Verwendung gibt es unter https://duesseldorf.canto.de/b/H5855.

Ein Video zu diesem Thema wird auf YouTube veröffentlicht unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf